Harz 2019

27. September 2019

Unser Tacho zeigt 19.431 km und wir begeben uns auf die Fahrt von Berlin nach Wernigerode. Ziel ist der Campingplatz „Alte Waldmühle“. Der Platz liegt am Ortsrand von Wernigerode mitten im Wald. Nachts hört man das Röhren von Hirschen und die Rufe der Käuze. Die Nacht kostet hier 23,50 € all inclusive. Mit „inclusive“ ist übrigens auch die Ruhe vor dem Telefon gemeint, weil die Netzabdeckung von miserabel bis gar nicht geht.

Km-Stand: 19.676

28. September 2019

Heute steht die Stadt Wernigerode auf dem Programm. Bei der Tourist Information kaufen wir als erstes die Harz-Card für 57 € pro Person. Sie gilt für vier Tage, die nicht zusammen hängen müssen. Dafür sind etliche Eintrittsgelder für Sehenswürdigkeiten bereits bezahlt.

Km-Stand: 19.686

29. September 2019

Unser erstes Ziel heute ist die Baumannshöhle. Dort kommt die Harz-Card zum ersten Mal zum Einsatz und wir sparen die 8,00 € Eintritt. Noch 49 € und wir sind plus-minus Null.

Anschließend geht es zur Rappbodetalsperre. Parallel zur Staumauer hat man eine Hängeseilbrücke für Fußgänger gebaut. Einen wirklichen Nutzen hat dieses Bauwerk nicht, es geht lediglich darum, den Adrenalinspiegel der Touris zu erhöhen. Echte Kerle zahlen sicher gerne die 6 € für den Nervenkitzel, in schwindelnder Höhe über Gitterroste zu laufen. Wir brauchen diesen Kick nicht und erfreuen uns nur an dem Anblick des zugegebenermaßen imposanten Bauwerk.

Da wir gerade in der Gegend sind kehren wir im Gasthaus „Zum Fischer“ ein. Ein ehemaliger Volkseigener Betrieb (VEB) für Fischerei wurde nach der Wende zu einer Gaststätte umgebaut. Regionale Produkte werden hier zu günstigen Preisen dem geneigten Gast angeboten. Wir haben die Gaststätte mit vollen Bäuchen verlassen und können sie nur ausdrücklich empfehlen.

Km-Stand: 19.724

30. September 2019

Heute machen wir eine große Besichtigungsrundfahrt um den Brocken. Unser erster Stopp ist das Bergwerk Rammelsberg in Goslar. Schon von außen sehen die Gebäude sehr imposant aus. Wir möchten den Roeder-Stollen besichtigen und dem Weg des Wassers folgen. Der Eintritt inklusive einer Führung kostet regulär 16,00 € und ist Dank unserer Harz-Card für uns kostenlos. Somit fehlen noch 33,00 € bis sich die Harz-Card amortisiert hat.

Die Führung ist spannend, informativ, hat einen Hauch von Abenteuer und ist auf der anderen Seite auch anstrengend. Der Untertitel dies Führung ist „dem Weg des Wassers folgen“. So beginnen wir an einem kleinen Stausee. Dann geht es in den Berg und wir sehen auf insgesamt vier Ebenen, wie mit Hilfe großer Wasserräder die Kraft des Wassers genutzt wurde, um das Eisenerz unter Tage abzubauen. Von Ebene zu Ebene geht es auf stählernen Treppen hinunter; die Bergleute früher mussten die Höhenunterschiede mit Hilfe von Leitern bewältigen. Und zum Schluss geht es wieder eine steile Treppe nach oben. Nicht ganz bis auf die Höhe des Einstiegs, dennoch reicht es, um außer Puste zu kommen.

Sollten wir noch einmal in dieser Gegend sein, wollen wir auf jeden Fall an einer weiteren Führung teilnehmen! Der Rammelsberg, übrigens von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft, ist auf jeden Fall eine Empfehlung von uns.

Weiter geht die Fahrt nach Hahnenklee. Dort gibt es tatsächlich eine Stabkirche und der Eintritt ist sogar kostenlos. Eine Spende zum Unterhalt der Kirche wird natürlich gerne gesehen.

In Wildemann wollen wir den 19-Lachter-Stollen besichtigen, der montags aber leider geschlossen ist. Das hätten wir vorher wohl besser recherchieren sollen. So bleibt uns nur der Blick von außen.

Km-Stand: 19.854

1. Oktober 2019

Wir beginnen heute mit der Glasmanufaktur Harzkristall. Der ehemals Volkseigene Betrieb produziert heute noch und liefert seine Produkte weltweit. Unter anderem sind die Lampengläser für Berlins Prachtboulevard Unter den Linden sowie die Lampen für die Kantine im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestags von hier. Die Führung durch die Manufaktur kostet 7,50 € ist in der Harz-Card enthalten, also noch 25,50 € bis zur Amortisation.

Weiter geht es nach Blankenburg zum Kloster Michaelstein. Der Eintritt kostet 6,00 €, nur noch 19,50 € und die Harz-Card ist bezahlt. Im Kloster ist eine Musikakademie untergebracht, die meisten Exponate sind unterschiedliche Instrumente. Für Musikliebhaber ist dies sicher interessant, wir haben aber nicht wirklich Ahnung davon, entsprechend gering ist daher auch unser Interesse. Da geben uns Blumenwiese, Kräuter- und Gemüsegarten wesentlich mehr.

Nicht weit vom Kloster entfernt befindet sich die Burg und Festung Regenstein. Für 3,00 € (in der Harz-Card enthalten, daher nur noch 16,50 €) darf man auf das Gelände und wird mit wunderschönen Aussichten auf die Umgebung belohnt.

Km-Stand: 19.917

2. Oktober 2019

Heute geht es mit der Brockenbahn auf den Berg. Die Rückfahrkarte kostet regulär 45 €, dank unserer Harz-Card nur 16 €. Somit haben wir mit der Harz-Card jetzt 12,50 € gespart. Um 10:25 Uhr fährt der Zug planmäßig in Wernigerode in einer Höhe von 234 Meter los. Der mit einer Dampflok bespannte Zug erreicht dann den Bahnhof Brocken in 1.125 Metern Höhe um 12:05 Uhr. Dazwischen liegen viel Eisenbahnromantik mit einigen Bahnhöfen, wo teilweise auch Wasser gebunkert werden muss.

Leider liegt der Brocken im Nebel und man kann auch kaum etwas sehen. Immerhin zeigt sich auch ein paar Mal ganz kurz die Sonne und die Gebäude zeigen sich. Für den Brockenblick auf den Harz reicht es aber leider nicht. Also wollen wir uns die Ausstellung zur Geschichte des Brockens anschauen. Leider ist der Bereich über Geologie und Flora gesperrt. Dafür kostet der Eintritt statt 6 nur 4 €, die wir aufgrund der Harz-Card nicht mehr bezahlen müssen. Unser End-Saldo der Harz-Card ist somit 16,50 € pro Person gespart. Vom viel gelobten Brockengarten kann man im Nebel leider nichts sehen, sodass wir um 13:14 Uhr wieder die Rückfahrt antreten.

Die Eisenbahnromantik auf dem Rückweg leidet sehr unter der Hitze, der wir in der Wagonmitte durch die Heizung gnadenlos ausgesetzt sind. Die Fenster sind verriegelt und nicht zu öffnen, der Zug ist überfüllt, was eine andere Platzwahl unmöglich macht. Als Sauna geht der Zug gut durch. Sollte der Lok der Dampf ausgehen, schafft sie mit dem Inhalt der Wagons noch mindestens einen Kilometer. Wir sind froh, am Bahnhof Wernigerode-Westerntor verlassen zu können und genießen den Spaziergang durch die Altstadt an der frischen Luft.

Unser Fazit: die Fahrt auf den Brocken mag sich lohnen, aber nur wenn das Wetter es zulässt und man einen schönen Blick auf den Harz hat. Außerdem sind aufgrund der Herbstferien die Züge mindestens voll, eher sogar auf manchen Abschnitten überfüllt. Solche Zeiten sollte man wenn möglich meiden.

Km-Stand: 19.927

3. Oktober 2019

Nach den vielen Unternehmungen der letzten Tage genießen wir den Feiertag mit Nichtstun auf dem Campingplatz, der sich mehr und mehr füllt. Als wir letzten Freitag hier ankamen war die Zahl der Campinggäste sehr überschaubar.

4. Oktober 2019

Km-Stand: 20.361