Venetien 2022
Im Frühjahr möchten wir nach Venetien. Am 29. April 2022 soll es losgehen, zunächst nach Augsburg, wo wir hoffen, auf einem Wohnmobilstellplatz unter zu kommen, der sich in der Nähe der Altstadt befindet. Am nächsten Tag soll es dann weiter nach Venetien gehen. Gardasee und Umgebung laden zu einem längeren Aufenthalt ein und Venedig ist ja auch nah. Weil es ja „auf dem Weg liegt“, soll dann der Rückweg über Bonn gehen, vermutlich am 20. Mai 2022.
26. April 2022
Die Reise rückt näher und so langsam müssen auch die Vorbereitungen ein Ende finden. Kolumbus hat eine neue Gasprüfung bestanden, die Bordtechnik ist überprüft, die dabei festgestellte undichte Stelle in der Wasserversorgung ist beseitigt und zwei volle Gasflaschen sind angeschlossen. Der überwiegende Teil der Bekleidung sowie haltbare Lebensmittel sind auch schon an Bord, lediglich die frischen Lebensmittel für unterwegs müssen noch in den nächsten Tagen verstaut werden.
Die Hin- und Rückfahrt soll durch Österreich gehen, auf dessen Autobahnen eine Mautpflicht besteht. Die Maut kann man bequem beim ADAC bezahlen. Man gibt in einer Geschäftsstelle nur die Reisedaten an und es wird automatisch die günstigste Option für das „Pickerl“ angeboten. In unserem Fall sind das zwei 10-Tage-Vignetten à 9,60 €. Damit aber nicht genug: für die Nutzung der Brenner-Autobahn ist noch eine zusätzliche Maut zu zahlen, die ebenfalls beim ADAC für 21 € (Hin- und Rückfahrt) bezahlt werden kann. Insgesamt kosten uns also die 65 km durch Österreich 40,20 €.
29. April 2022
Bei km-Stand 28.181 starten wir um 10:00 Uhr in den Urlaub. Noch mal zu irren Preisen voll tanken und los geht’s. Anfänglich ist auch alles gut, jedoch gibt es einen dicken Stau wegen eines Unfalls bei Leipzig-West. Es ist doch immer wieder schön, zwei Stunden lang im Schritttempo zu fahren oder gar zu stehen. Durch diesen unfreiwilligen Aufenthalt auf der Autobahn kommen wir natürlich viel zu spät in Augsburg an.
Gegen 18:00 Uhr ergattern wir den letzten Stellplatz auf dem Wohnmobilstellplatz Wertach. Die Gebühr für 24 Stunden beträgt 8,00 €, Strom kann man für vier Stunden zu 1,00 € bekommen. Für Nachahmer: man kann hier ausschließlich mit Münzen am Automaten zahlen, Scheine oder gar (Kredit-) Karten werden nicht genommen.
Ein möglicher Grund, warum die Stellplätze komplett belegt sind, könnte der Augsburger Plärrer sein. Der Plärrer ist Schwabens größtes Volksfest und zieht jede Menge Besucher an. Vom Stellplatz bis zum Festgelände sind es fünf Gehminuten. Auf unserem Weg in die Altstadt kommen wir daran vorbei und sehen reichlich Lederhosen und Dirndls.
Uns steht aber nicht der Sinn nach Volksfest, sondern wir möchten einfach nur lecker zu Abend essen. Nach 15 Gehminuten sind wir mitten in der Altstadt und finden dort auch das Riegele Wirtshaus, wo wir uns eine Schmankerlplatte gönnen. Nach dem Essen sind wir dann viel zu träge, um noch etwas zu unternehmen. Dabei hatten wir uns so Einiges vorgenommen, aber durch die späte Anreise müssen wir leider darauf verzichten. Also zurück zum Stellplatz und ein wenig auf die Wertach geschaut und dann ins Bett gefallen.
Km-Stand: 28.780
30. April 2022
Gut ausgeruht geht es früh am Morgen weiter in Richtung Venetien. Der erste Campingplatz sollte in Verona sein. Da dort nur wenige Stellplätze zur Verfügung stehen, habe ich am 27. April 2022 versucht, für drei Nächte zu reservieren und umgehend eine Absage erhalten. Um nicht bei der zu erwartenden späten Ankunft auf Platzsuche gehen zu müssen, habe ich eine weiter Anfrage bei Corte Comotto gestartet, die auch bestätigt wurde.
Die Alpen überqueren wir leider bei regnerischem Wetter, sodass wir nicht viel von der Berglandschaft sehen. Der Verkehr bei Innsbruck ist ziemlich dicht, viele Baustellen sorgen für stockenden Verkehr. Die Mautstelle zu Beginn der Brennerautobahn passieren wir ohne Probleme, das im Voraus bezahlte Ticket mussten wir nicht vorzeigen. Offensichtlich funktioniert die Kennzeichenerfassung an der Mautstelle einwandfrei.
Nach dem Grenzübertritt zu Italien geht es weiter auf der mautpflichtigen Autobahn weiter. An der Grenze zieht man ein Ticket, das beim Verlassen der Autobahn zur Ermittlung der Mautgebühren eingelesen wird. Bis zur Anschlussstelle Verona-Nord kostet uns die Autobahn 17,00 €, die wir bar bezahlt haben. Dafür sind die Straßenverhältnisse sehr gut, die maroden deutschen Autobahnen bleiben da weit zurück.
In Italien verbessert sich das Wetter immer mehr. Als wir gegen 15:30 Uhr am Campingplatz ankommen strahlt die Sonne vom blauen Himmel, die wir nach der Fahrt auch ausgiebig genießen. Der Stellplatz inklusive einer Person kostet17,50 €, ein weiterer Erwachsener 4,50 € und für Strom zahlen wir 4,00 €. Insgesamt zahlen wir also 26,00 € pro Nacht. Der Stellplatz ist eben mit geschottertem Untergrund, also auch fest genug für Dickschiffe. Auf der benachbarten Wiese kann man gut sitzen. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber. Allerdings könnten zwei Duschen und Toiletten jeweils für Männlein und Weiblein in der Hochsaison etwas wenig sein. Es gibt 15 Stellplätze und dazu noch Platz für etliche Zelt-Touristen. Derzeit sind die Plätze nur zu einem Drittel belegt und daher gibt es im Sanitärgebäude auch keinen Stau.
Km-Stand: 29.231
1. Mai 2022
Gefühlt hat jedes Dorf hier drei Kirchen. Und alle sind in Hörweite, so zumindest unser Eindruck, als wir früh morgens von Kirchengeläut geweckt werden. Und das hört einfach nicht auf, also heißt es raus aus der Koje. Später haben wir dann festgestellt, dass hier wohl Tag der Erstkommunion ist.
Bei sonnigem Wetter geht es nach dem Frühstück mit den Fahrrädern auf Erkundungstour. Erster Halt ist in der nächsten größeren Gemeinde Villa Franka und nach einem kleinen Stadtbummel weiter nach Valeggio und wieder zurück zum Campingplatz. Trotz der elektrischen Motorunterstützung bläst uns auf dem Rückweg gehöriger Wind entgegen und wir sind froh, nach insgesamt 42 km wieder am Campingplatz zu sein.
2. Mai 2022
In Valeggio gibt es den Garten-Park Sigurtà, den wir heute besuchen wollen. Da wir anschließend noch einkaufen wollen, fahren wir mit dem Wohnmobil dort hin. Parkplätze am Rande des Ortskerns gibt es genug und zu Fuß sind wir auch schnell am zentralen Platz. Von dort aus geht es zu Fuß weiter zum Park.
Der Eintritt kostet uns 27,00 €, 15,50 € für Michaela und 11,50 € für mich, da ich über 65 Jahre alt bin. Das Parkgelände ist sehr weitläufig. Man kann aber mit den eigenen Fahrrädern hinein, jedoch haben wir sie ja nicht mit. Man kann vor Ort Fahrräder mit und ohne elektrische Unterstützung mieten. Wir sind jedoch die ganz bequemen und mieten ein Golf-cart, das Michaela liebevoll „Speedy“ genannt hat. Die erste Stunde kostet 18,00 €, jede weitere halbe Stunde 9,00 €. Zu Mietbeginn hinterlegt man seinen Personalausweis als Pfand, abgerechnet wird bei Rückgabe des Carts. Speedy hat überdies den Vorteil, dass ein Tablet eingebaut ist, welches GPS-gestützt über besondere Punkte mit Text und Sprache informiert. Wir sind mit dem Teil sehr knappe zwei Stunden unterwegs und somit hat uns der Parkbesuch 63,00 € gekostet.
Der etwa 10 km lange Weg durch den Park ist so gebaut, dass man mit Speedy an allen sehenswerten Punkten vorbei kommt. Überall sind Parkmöglichkeiten vorhanden, um sich in Ruhe umsehen zu können. Natürlich ist die Routenführung so gewählt, dass man möglichst lange im Park verweilt; Zeit ist Geld – für den Vermieter. Aber es ist okay, es gibt viel zu sehen und der Aufenthalt lohnt sich.
Km-Stand: 29.277
3. Mai 2022
Heute geht es mit dem Fahrrad nach Verona. Für die etwa 12 km lange Strecke brauchen wir eine dreiviertel Stunde. Unsere Fahrräder stellen wir in der Nähe des „I Portoni della Brà“ ab. Von dort aus geht es durch die Fußgängerzone Der Ort selbst ist malerisch schön, aber für unseren Geschmack voll – und es ist erst Nebensaison.
Die erste Sehenswürdigkeit ist natürlich die Arena, die wir jedoch nicht von innen sehen. An unzähligen Geschäften vorbei – dabei sehr viele Designer-Marken – geht es weiter zum „Piazza Erbe“, den wir aber schnell verlassen und durch ruhigere Gassen schlendern. Dort finden wir das Restaurant „Ai Mascheroni“, wo wir ein leichtes Mittagessen zu einem bezahlbaren Preis einnehmen.
Nach dem Essen mit Blick auf das „Castel San Pietro“ geht es weiter zum Fluss Etsch und der „Ponte Pietra“, am Dom vorbei weiter durch Gässchen zum Haus der Julia. Und nein, wir haben der Statue nicht an den Busen gegrapscht, allein schon weil der kleine Hof voller Menschen war, durch die wir uns nicht drängeln wollten – Glück und Liebe hin oder her.
Zurück zu den Rädern und mit denen wieder 12 km zum Campingplatz, wo wir den Tag ausklingen lassen. Ja, Verona ist schön, ohne Zweifel, nur leider viel zu viel Trubel.
4. Mai 2022
Bei Molina liegt der Park der Wasserfälle, unser heutiges Ziel. Die etwa 32 km lange Fahrt mit dem Auto dauert etwa eine Stunde und ist gegen Ende sehr kurvig mit steilen Anstiegen, für Gespanne aus meiner Sicht nicht geeignet und für Fahrzeuge über 5 t am Ende verboten. Parkplätze direkt beim Ort sind zur Genüge vorhanden, wenn diese alle voll besetzt sind quellen Ort und Park vor Menschen über. Laut Karte gibt es auch einen gesonderten Parkplatz für Wohnmobile, bis zu diesem sind wir aber nicht vorgedrungen, weil wir schon weit vorher einen Parkplatz gefunden haben.
Vom Parkplatz aus geht es durch den Ort steil hinab zum Eingang des Parks. Der Eintritt kostet uns 13,00 € (7,00 € Erwachsene und 6,00 € für über 60-Jährige). Durch den Park führen drei unterschiedlich lange Wanderwege: grün etwa 1,2 km, rot etwa 2,3 km und schwarz etwa 3,6 km lang. Selbstbewusst wie wir nun mal sind entscheiden wir uns für die lange, schwarze Strecke.
Der Weg führt uns durch die wunderschöne Natur, teilweise mit steilen Auf- und Abstiegen, Wanderschuhe sind sehr zu empfehlen. Auch Marschverpflegung mitzunehmen ist angebracht, derzeit sind noch alle Futterstellen für Touris im Park geschlossen. Wir kommen an etlichen Wasserfällen vorbei, es sind eher Wasserfällchen denn Fälle, eben lieblich anzusehen. Die Niagara-Fälle darf man hier nicht erwarten.
Auch für Kinder wird einiges geboten wie z.B. Hängeseilbahn, Klettersäule und Schaukel am Wasserfall. Wir genießen aber mehr die Abgeschiedenheit und sind am Ende ziemlich geschafft von der anstrengenden Tour. Zurück geht es steil bergauf durch den Ort, wo wir beim TotoloDesignCaffè Halt machen und uns mit Wein für die nächsten Abende eindecken. Man spricht zwar kein deutsch und nur rudimentär englisch, aber mit Händen und Füßen versteht man sich ausreichend, um nach einer kurzen Weinprobe zu wissen, was man möchte. Der Wein erscheint mir nicht sonderlich preiswert, aber er schmeckt, kommt aus der Region und das freundliche Gesicht des Verkäufers einschließlich sympathischer Kommunikation ist gratis.
Km-Stand: 29.344
5. Mai 2022
Nach der gestrigen strapaziösen Wanderung ist heute ein Ruhetag angesagt. Die Zeit nutze ich, um das Blog mit Text zu befüllen.
6. Mai 2022
In der Nacht hat es angefangen zu regnen. Bei dem Wetter macht ein Ausflug keinen Spaß. Nur kurz mal etwas einkaufen, ansonsten Bildbearbeitung und Ruhe.
7. Mai 2022
Wir wollten zwar noch etwas in der Gegend unternehmen, aber es wechselt ständig zwischen Niesel- und richtigem Regen. Die Lust auf einen Ausflug ist nahe Null. Um nicht noch einen Ruhetag einzulegen beschließen wir, die Zelte abzubrechen und nach Venedig zu fahren. Also wird alles in Kolumbus eingeräumt, Abwasser geleert und Frischwasser gebunkert. Gegen Mittag verlassen wir den Campingplatz.
Unser Ziel ist Das Venezia Camping Village. Wir fahren bewusst nicht über die schnelle, mautpflichtige Autobahn, sondern über die Dörfer, um etwas von der Gegend zu sehen. Unterwegs decken wir uns noch einmal mit Lebensmittel ein. Es ist schon erstaunlich, was es in italienischen Supermärkten so gibt: dutzende Mehlsorten, unglaublich vielfältige Nudeln, jede Menge Pflanzenöl und sogar Klopapier!!! In Deutschland könnte man damit zu Krisenzeiten wie den Ukraine-Krieg und Corona richtig Geld machen. Wieso klappt das in Italien und in der Bananenrepublik Deutschland nicht?
Wie auch immer, unser Ziel erreichen wir gegen 15:30 Uhr. Einen Stellplatz zu bekommen ist kein Problem und für 26,00 € pro Nacht dürfen wir hier bleiben. Mit der Camping Card International (CCI) gibt es sogar noch 10% Rabatt. Als Mitglied im Deutschen Camping Club haben wir natürlich eine solche Karte und freuen uns, für 23,40 € die Nacht all inclusive hier stehen zu können.
Km-Stand: 29.499
8. Mai 2022
Venedig! Stadt der müden Füße – zumindest nach dem Besuch. Vom Campingplatz geht es etwa 100 Meter zur Bushaltestelle und dann mit dem Bus für 1,50 € in 15 Minuten nach Venedig. Wie das in der Hauptsaison sein soll? Keine Ahnung! Schon jetzt stehen wir wie die Ölsardinen in der Blechdose.
Die Stadt selbst ist wunderschön, aber voll. Auch hier frage ich mich, wie das erst in der Saison sein soll. Die engen Gassen sind jetzt schon überfüllt. Wir genießen es jedenfalls, wenn wir in eine Ecke kommen, wo es etwas ruhiger ist.
9. Mai 2022
Es geht wieder weiter. Mittlerweile hat sich in Kolumbus wieder alles gerüttelt und ist an seinem Platz. Innerhalb einer Stunde sind wir abfahrbereit. Noch für den Aufenthalt bezahlen und die Landstraße hat uns wieder. Ziel sind die Euganeischen Hügel.
Wie verrückt doch die Welt geworden ist: unterwegs halten wir an und tanken. Der Liter Diesel kostet 1,799 €. Irre dieser Preis und wir freuen uns auch noch, dass es zu des Krieges und Corona so günstig ist!
Gegen Mittag erreichen wir den Campingplatz AGRITURISMO ALBA. Der Platz ist sauber und liegt ruhig, mit 34 € die Nacht jedoch nicht gerade günstig. Wir wollen trotzdem zwei Nächte hier bleiben, denn das Angebot ist rar in dieser Gegend.
Km-Stand: 29.575
10. Mai 2022
Heute sind wieder die Fahrräder angesagt. Vom Campingplatz aus geht es bei strahlendem Sonnenschein nach Este. Ein Spaziergang durch den Park, hoch zur Burg und im Parkcafé eine Kaffee Latte und einen Kaffee americano, beides zusammen für 3,20 €. Dafür bekommst du bei uns grad mal nen Pott Kaffee.
Noch ein wenig zu Fuß durch das Dorf gebummelt und es geht mir den Rädern zurück, am Campingplatz vorbei nach Monselice. Auch hier geht es durch zu Fuß durch das Dorf. Die Geschäfte sind überwiegend geschlossen, da zwischen 12:30 und 16:00 Uhr Siesta ist – oder wie auch immer das in Italien heißt. Lediglich die Trattorias und Bars haben zu dieser Zeit geöffnet. Wir lassen uns in einer nieder und trinken je einen Prosecco und eine große Flasche Wasser – 9,00 €!!!
Danach geht es zurück zum Campingplatz, wo wir den Abend ausklingen lassen. Die Strecke mit Fahrrad und zu Fuß war insgesamt etwa 27 km lang, bei Temperaturen um 26 Grad muss es auch nicht wirklich mehr sein.
11. Mai 2022
Es geht weiter. Kolumbus ist schnell gepackt und wir machen uns auf dem Weg zum Gardasee. In Montagnana machen wir Halt, um uns den Ortskern anzusehen, der noch vollständig von einer Stadtmauer umschlossen ist. Die Stadt ist wirklich sehenswert. Leider sind die schönsten Gebäude von Werbeplakaten und Festzelten für ein bevorstehendes Event bedeckt. Zum Fotografieren die reinste Katastrophe.
In der Nähe von Montagnana decken wir uns in dem bereits bekannten Supermarkt mit neuen Vorräten ein. Immer noch staunend schlendern wir durch die Gänge mit den Unmengen an Toilettenpapier. Und weit und breit ist kein Wachpersonal in Sicht.
Gegen 15:30 Uhr haben wir unser Ziel erreicht: den Campingplatz Bella Italia direkt am See. Dieser Platz wäre normalerweise nicht uns Favorit, weil er viel zu groß ist. Gefühlt sind es 1.000 Stellplätze und jede Menge Bungalows, bestimm auch im dreistelligen Bereich. Mehrere Pools, diverse Sportbereiche, Supermarkt, Obst- und Gemüseladen, Restaurants und sogar einen Friseurladen gibt es hier, ideal für Familien mit Kindern. Aber da zurzeit Nebensaison ist und nirgendwo Schulferien sind, scheint es relativ ruhig zu sein. Für uns ausschlaggebend war die Lage am See und der relativ niedrige Preis. Für die Nacht zahlen wir 28,50 €.
Den ersten Blick auf den Gardasee können wir vom Campingplatz aus genießen. Leider ist viel Dunst in der Luft, sodass wir leiden kaum etwas von den umgebenden Bergen sehen. Hoffentlich wird es in den nächsten Tagen klarer.
Km-Stand: 29.690
12. Mai 2022
Bei strahlendem Sonnenschein, leider noch mit viel Dunst, sodass man die Berge nicht wirklich sehen kann, machen wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg. Unser Ziel ist der Ort Garda mit Zwischenhalt in Peschiera del Garda und Lazise. Hin und zurück sind das etwa 40 km.
Für den Hinweg habe im Navi die „schöne Strecke“ eingestellt. Schön bedeutet in diesem Fall, dass der Weg direkt am See entlang führt, was anfangs auch kein Problem ist. Später jedoch führt der „Fahrradweg“ auf immer enger werdenden Wegen, die nur noch geschottert sind, um dann nur noch am Strand entlang zu gehen. Fahren ist schon längst nicht mehr drin und wir schieben die Räder. Diesen „Weg“ kann man auch nicht verlassen, denn es reiht sich Campingplatz an Campingplatz und das Betreten ist nur für hiesige Camper erlaubt, überwiegend werden die Zugänge auch durch Personal bewacht. Der Weg zur Straße ist also bis kurz vor Lazise versperrt. Ab hier und für den Rückweg nutzen wir dann die Straße, nicht so schön, aber man kann wenigstens radeln. An den Radwegen müssen die Italiener jedenfalls noch viel machen.
Von den drei Orten hat uns Lazise am besten gefallen, dicht gefolgt von Peschiera. Garda fanden wir nicht so berauschend, vielleicht aber auch, weil wir von den beiden anderen sehr verwöhnt wurden.
13. Mai 2022
Die gestrige Radtour war doch anstrengend, zumal bei Temperaturen um 28 Grad, und wir beschließen heute einen Ruhetag einzulegen. Es ist Zeit für das Blog und die Planungen für die nächsten Tage. So zumindest der Plan. Nach einem Blick auf die Wettervorhersage nach der es morgen gewittern könnte, denken wir doch darüber nach, einen Ausflug mit dem Rad ins benachbarte Sirmione zu unternehmen.
Die 10 km lange Fahrt geht ganz gut, nur diese Radwege! Man erkennt sie nicht immer als solche und ständig bremsen Sperren die Fahrt. Beim Hindurchfahren muss man mitunter anhalten und langsam schieben. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Radfahrer auf Radwegen unerwünscht sind.
In die Altstadt von Sirmione gelangt man nur durch ein einziges Tor. Jede Menge Touris so wie wir tun dies und dazu kommen noch die Eingeborenen mit ihren Autos. Und die Krone der Schöpfung kommt mit solchen Hindernissen nur schlecht zurecht, vor allem dann nicht, wenn sie glaubt, sie sei alleine auf der Welt.
Der Ort selbst ist sehenswert. Bei den Temperaturen hält man sich gerne im Schatten der engen Gassen auf. Allerdings ist es auch hier wie bei den übrigen Orten schon jetzt in der Nebensaison sehr, sehr voll. Die großen Parkplätze vor der Altstadt sind überfüllt. Wie soll das erst zur Hochsaison werden?
Unseren Besuch schließen wir an einer Strand-Bar ab. Zwei Gläser kühlen Weißwein und eine Karaffe kaltes Wasser gibt es für 12,50 €.
14. Mai 2022
Heute wird der Ruhetag nachgeholt, der Regen hält sich aber zurück – zum Glück!
15. Mai 2022
Auch heute passiert nicht viel. Nur etwas am See spazieren gehen und das war’s
16. Mai 2022
Es geht weiter zum nächsten Campingplatz. Ziel ist Camping Lago di Tenno am Tennosee. Wir fahren jedoch nicht direkt dorthin, sondern machen einen Umweg über die Wallfahrtskirche Madonna della Corona, allerdings erst im zweiten Versuch, nachdem mein Navi verstanden hat, wo ich hin will. Das hat wohl nur Corona gehört und ist herunter gefahren, weil es einen Virus befürchtet.
Aber schließlich hat es doch geklappt und entgegen der Aussage im Reiseführer gibt es auch kein Parkplatzproblem. Um jedoch zur Kirche zu kommen, muss man einen steilen Abstieg wagen. Entweder den längeren Weg über eine Fahrstraße, auf den ein Pendelbus vom nahe gelegenen Ort die Touris kutschiert oder den kürzeren Weg über endlos scheinende Treppen. Wir entschließen uns hinab den Fahrweg zu nehmen. Am Wegesrand stehen viele Skulpturen, die den Kreuzweg darstellen. Nimmt man den Weg über die Treppen, sieht man die meisten Stationen des Kreuzwegs nicht.
Für die Strapazen wird man mit einem wunderschönen Blick auf die Wallfahrtskirche belohnt, die direkt im Berghang gebaut wurde. Der Bau muss unendlich mühsam gewesen sein, da wohl jeder Stein mit Lastenkörben hinab transportiert werden musste. Die Kirche selbst haben wir nicht betreten, da wir mit unserer sehr leichten Bekleidung die Würde dieses Ortes nicht verletzen wollten. Den Rückweg zum Wohnmobil nehmen wir dann über die Treppen mit vielen Pausen und kommen ziemlich geschafft am Parkplatz wieder an.
Weiter geht die Fahrt über enge und kurvige Straßen Richtung Tennosee. Die Straßen sind teilweise so steil, dass ich den Fahrassistenten für Gefälle einschalten muss, was die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt, bzw. bergauf nach einer Haarnadelkurve nur im ersten Gang weiter komme. Entsprechend lange dauert die Fahrt. Ein Glück nur, dass wenig Verkehr herrscht und nur selten Fahrzeuge entgegen kommen.
Irgendwann kommen wir dann doch am Campingplatz an und checken für zwei Tage ein. Der Platz ist sehr übersichtlich, aber nur zu einem Viertel belegt. Er ist sehr einfach gehalten (2 Sterne), hat aber sehr saubere Sanitäreinrichtungen und wir fühlen uns gleich wohl. So lieben wir eben Campingplätze: wenig los und sauber. Noch einen kleinen Spaziergang zum See und danach auf dem Platz entspannen.
Km-Stand: 29.846
17. Mai 2022
Heute geht es auf Schusters Rappen in das mittelalterliche Dorf Canale di Tenno, Vom Campingplatz sind es etwa 30 Minuten auf Schotter- und später groben Steinwegen. Im Dorf gibt es verwinkelte Gassen, viele Torbögen und liebevoll erhaltene Häuser aus vergangenen Zeiten zu sehen.
Auf dem Rückweg umrunden wir noch den Tennosee, dessen Rundweg leider unterbrochen wird und nur über eine abenteuerliche „deviazione“ vollendet werden kann. Die Aussicht auf die fantastische Bergwelt wird dadurch aber nicht getrübt.
Erschöpft kommen wir von dem Ausflug zurück zum Campingplatz und genießen den restlichen Tag bei schönem Wetter.
18. Mai 2022
Wir verabschieden uns von Italien und machen uns auf den Rückweg. Ein letztes Mal günstig in Italien tanken und los geht’s. Das „Autobahn-hörige“ Navi will uns auf den schnellsten Weg zur Autobahn lotsen. Ich möchte jedoch die quälende Fahrt durch Riva del Garda vermeiden, was mir durch Eingabe zweier Zwischenziele auch gelingt. So fahren wir vielleicht nicht so schnell, dafür aber durch eine grandiose Bergwelt. Bei Trient gelangen wir dann auf die gebührenpflichtige Brennerautobahn, für deren Nutzung wir auf der italienischen Seite 10,80 € zahlen, die Maut für österreichischen Teil haben wir ja bereits in Deutschland bezahlt.
Und wieder hat das Navi ein Eigenleben: aus nicht ersichtlichen Gründen lotst es uns am Brenner von der Autobahn, lässt uns einige Kilometer parallel auf der Landstraße fahren, um uns dann wieder auf die Autobahn fahren zu lassen. Später findet das Navi auch die Schweiz so toll, dass es immer wieder dahin und nicht über Garmisch Partenkirchen fahren will. Und statt uns auf Landstraße über Augsburg fahren zu lassen, geht es auf der Autobahn – Navis liebste Straße – über München weiter Richtung Würzburg. Laut Google Maps sparen wir tatsächlich 5 Minuten, sofern man sich nicht wie wir verfranzt, dafür fährt man fast 50 km mehr.
In Oberau möchte das Navi uns über einen Kreisverkehr durch einen Tunnel schicken. Leider ist weder der Kreisverkehr noch der Tunnel fertiggestellt. Es bleibt nur eine Fahrt durch ein Wohngebiet, dessen Straßen ich mit einem großen Wohnmobil nicht befahren möchte. Im weiteren Verlauf verlassen wir südlich von Rothenburg ob der Tauber aus unerklärlichen Gründen die Autobahn, um nach einer abenteuerlichen Fahrt auf Kreis Straßen wieder darauf zu fahren. Aus der Ferne sehen wir den normal fließenden Verkehr auf der schnellen Straße, ein Navi ist eben auch nur ein Mensch mit allen Fehlern.
Das Tagesziel ist der Stellplatz in Marktbreit, den wir am Abend erreichen. Für 7,50 € darf man hier 24 Stunden stehen, Toiletten und Entsorgung inklusive. Strom kann man hier kilowattweise kaufen, eine Nacht schaffen wir aber auch problemlos ohne Anschluss mit unseren Bordbatterien.
Da es schon relativ spät ist, wollen wir nicht selbst kochen und machen uns auf den Weg in die Altstadt, die wir zu Fuß in nicht einmal 10 Minuten erreichen. Das Angebot an Gaststätten ist sehr übersichtlich, da mittwochs wohl allgemein Ruhetag ist. In einem Hotelrestaurant lassen wir es uns dann doch noch gut schmecken. Zurück am Stellplatz lassen wir den Tag direkt am Mainufer entspannt ausklingen.
Km-Stand: 30.452
19. Mai 2022
Im Morgenfernsehen berichten sie von großer Unwettergefahr mit Starkregen und Hagel im Westen Deutschlands. Laut Vorhersage muss man ab Mittag damit rechnen. Daher verzichten wir auf den ursprünglich geplanten Bummel durch den Ort und machen uns nach dem Frühstück direkt auf den Weg. Diesmal habe ich an der Streckenführung nichts auszusetzen und wir kommen gegen 13 Uhr in Bonn an.
Km-Stand: 30.770
21. Mai 2022
Es geht zurück nach Borgsdorf. Nach den gestrigen Unwettern war sie sehr unspektakulär. Ohne größere Störungen sind wir am späten Nachmittag zuhause.
Km-Stand: 31.385
Fazit
Italien ist schön – zumindest der Teil, den wir gesehen haben!
So wie jeder Berlin-Besucher mal am Brandenburger Tor gewesen sein muss, ist natürlich Verona und Venedig Pflicht für Besucher Venetiens. Bei einem eventuellen späteren Urlaub werden wir uns aber mehr auf die touristisch nicht überlaufenen Orte konzentrieren
Die Preise für Lebensmittel sind gefühlt niedriger als in Deutschland. Vor allem in großen Supermärkten ist das Angebot deutlich größer als bei uns. Und trotz der Krisen ist alles im Überfluss verfügbar.
Der Urlaub hat uns etwa 1.130 € gekostet, das sind die Mautgebühren in Höhe von 68 €, für Camping-/Stellplätze 480 € und Kraftstoff 582 €.